Aktuelles Unterrichtsmaterial * Thema Das Konzept der Knappheit

 

 

 

 

THEMA MARKT
Warum also wirtschaften? Das Konzept der Knappheit

Fach:
Politik und Wirtschaft
Jahrgänge: 8, 11, 12

 

Warum wirtschaften wir? Die Antwort darauf scheint banal, doch will man den Gedanken logisch aufbauen, so ergibt sich gleich eine weitere Frage: Wo lässt man diesen Gedanken starten? Vielleicht an einem Ort, an dem man nicht wirtschaften muss, vielleicht das sagenumwobene Schlaraffenland (vom mittelhochdeutschen sluraff, der Faulenzer), einem Land, das dem deutschen Volksmärchengut entspringt, in dem einem sprichwörtlich die vorgegrillten Hühner in den Mund flattern und in dessen Flüssen Milch, Honig und Wein fließen. Hier ist alles im Überfluss, man nimmt sich,

was man braucht - jedes Bedürfnis ist gestillt, so wie es einem in den Sinn kommt. In unserer Realität sieht das anders aus. Wollen wir einen gegrillten Gockel, so müssen wir einen käuflich erwerben, ihn dann grillen oder eben grillen lassen. Wir zahlen für das, was er wert ist bzw. zahlen für eine Leistung, die jemand für uns erbringt oder erbracht hat. Damit können wir schon einmal Wirtschaften definieren:

Die Tätigkeit des Wirtschaften ist gekennzeichnet durch Leistungserstellung und Abgabe der Leistung gegen Entgelt. Aus diesem Grunde spricht man auch von Endgeltwirtschaft.

Doch wodurch erhalten die Dinge ihren Wert? ... Nun, durch den Mangel. Der Mangel ist ein Zustand, den wir verändern wollen. Das beginnt mit dem ersten Tage im Lichte der Welt als Neugeborenes, wenn wir mit dem ersten Schrei die Ermangelung der Mutterbrust klagend zum Ausdruck bringen und der Mangel wird uns von diesem Moment an immer begleiten.Und irgendwann kommt man dann soweit im Leben an, sodass man feststellt: Mensch, ich kann ja gar nicht alles haben bzw. der andere Mensch, der es hat, will einen Gegenwert dafür haben. Wieso macht er das? Ja, weil er es

hat und du nicht, weil sein Gut, das er anbietet, folglich knapp ist! Je knapper ein Gut ist, desto teurer wird es und dieser Preis impliziert auch, dass es jemanden gibt, der diesen Preis zahlen wird.

Wir halten hier mal fest: Wir haben unendlich viele Bedürfnisse, die wir befriedigen wollen aber die Güter, die dieser unbegrenzten Zahl an Bedürfnissen entgegenstehen, sind begrenzt, mit anderen Worten knapp. Durch diese Knappheit erhalten die Güter ihren Wert.

Und noch etwas ist knapp: Das Geld, das uns zur Verfügung steht. Und das ist auch wichtig, denn anderenfalls hätte auch das Geld keinen Wert. In diesem Zusammenhang wollen wir uns zwei Begriffe merken - das Budget (das sind die Geldmittel, die mir zu meiner Bedürfnisbefriedigung zur Verfügung stehen) und die Kaufkraft (das für Konsumzwecke verfügbare Einkommen der Privathaushalte).

Zur Visualisierung

Zunächst einmal sehen wir hier den Zusammenhang, dass die Kaufkraft deutlich kleiner ist als der Gegenwert, den es bräuchte, um die Bedürfnisse zu befriedigen. Im Grunde müsste der Bereich der Bedürfnisse viel größer - wenn nicht sogar unendlich groß - dargestellt sein.

Das ganze Geld nützt aber nichts, wenn wir dafür nichts kaufen können, wenn es also kein Angebot an Gütern gibt. Die Güter sind knapp und folgt man dieser Darstellung, dann sind sie knapper als die insgesamt vorhandene Kaufkraft. Wir sind noch nicht beim Begriff der "Nachfrage", doch an dieser Graphik wird im Zusammenhang der Knappheit deutlich, dass zu einem bestimmten Preis mehr nachgefragt wird als zur Verfügung steht und die Frage, die sich hier ergibt, ist die: Wie werden die Güter nun verteilt (Allokation)?

In der Planwirtschaft würde man die Güter nun über zentrale Steuerung den Wirtschaftseinheiten (also hier den Haushalten) zuteilen. In der Marktwirtschaft erfolgt dies über die Mechanismen des freien Marktes, doch da sind wir noch nicht. Merken können wir uns aber schon, dass diese Mechanismen die Aktivität des Wirtschaften sind und somit haben wir nun final auf den Punkt gebracht, warum die Knappheit die Ursache und Keimzelle des Wirtschaftens ist.