Aktuelles Unterrichtsmaterial * Thema Das Ökonomische Prinzip / Der Homo Oeconomicus

 

 

Der Homo Oeconomicus, Wilhelm Lorenz

Kritik am Homo Oeconomicus
(Der Mensch, kein Egoist. Die
ZEIT, 23/2000)

 

 

 

THEMA MARKT
Das Ökonomische Prinzip / Der Homo Oeconomicus

Fach:
Politik und Wirtschaft
Jahrgänge: 8, 11, 12

 

Der Homo Oeconomicus

„Homo“ ist ein lateinischer Begriff und bedeutet Mensch. Der Mensch durchlief verschiedene Entwicklungsstufen. Gemäß dieser Stufen gab man dem Menschen Beinamen, die deutlich machten, wohin er sich entwickelt hat.

Da wäre zum Beispiel der Homo erectus – das ist der Mensch, der sich aufgerichtet hat – oder der Homo sapiens, das ist der wissende und somit der heutige moderne Mensch.

Der Homo oeconomicus ist nicht wirklich eine typische Bezeichnung für eine Entwicklungsstufe des Menschen. Es ist mehr ein künstlicher, wissenschaftlicher Begriff und umfasst innerhalb der Sozialwissenschaften ein theoretisches Modell, das den Menschen als wirtschaftendes Wesen idealtypisch beschreibt.

Dieser Beschreibung nach handelt ein Homo Oeconomicus auf der Grundlage der ihm zur Verfügung stehenden Informationen ausschließlich rational, d.h. vernünftig und trifft dabei Entscheidungen, die ausschließlich der Maximierung seines persönlichen Nutzens zuträglich sind. Der Homo oeconomicus lässt sich dabei weder von Trends oder durch Werbung beeinflussen und moralische Skrupel sind ihm auch nicht geläufig. Das klingt nach einem unangenehmen Zeitgenossen aber wie bereits festgestellt, handelt es sich um eine künstliche Modellvorstellung und nicht um einen Menschen im biologischen Sinne.


Pointiert gesprochen, ist der Homo oeconomicus in unserer Alltagswelt ein Mensch, der die Zeitschriften der Stiftung Warentest auswendig kennt, der zu jedem Produkt eine Meinung hat und dabei den absoluten Durchblick besitzt, bei welchem Händler dieses Produkt seinen Tiefstpreis hat. Er ist der Meister des "Preis-Leistungs-Verhältnisses", nie würde er dem Markenwahn verfallen oder auf Image statt Nutzen setzen, er gibt so viel Geld für ein Gut aus, wie es nach nahezu objektiven Maßstäben wert ist.

Ein solches Verhalten folgt einem Prinzip, dem sogenannten ...

 

Ökonomischen Prinzip

Beim Ökonomischen Prinzip geht es um ein optimales Verhältnis zwischen dem, was wir an Mitteln aufwenden und dem, was wir an Ertrag dafür bekommen. Daher ist das ökonomische Prinzip auch als die Input-Output-Relation in der Volkswirtschaftslehre bekannt.

Das Ökonomische Prinzip - auch Rationalitätsprinzip oder Wirtschaftlichkeitsprinzip genannt - existiert in zwei Formen. Bevor diese zwei Formen vorgestellt werden, soll jedoch zunächst mit einem weit verbreitenden Irrglauben aufgeräumt werden.

Wenn man gemeinhin fragt, wie ein solches optimales Verhältnis zwischen Einsatz und Ertrag aussehen sollte, so hört man doch recht häufig, dass man mit möglichst geringen Mitteln möglichst viel bekommen sollte. Diese Aussage entbehrt allerdings jeglichen Sinn oder sagen wir mal vorsichtiger: Sie ist für eine volkswirtschaftliche Modellvorstellung, mittels derer versucht wird, konkrete Aussagen hinsichtlich wirtschaftlichen Handelns zu treffen, definitiv zu ungenau. Wieviel ist möglich wenig in Verbindung zu möglichst viel? "Gib mir alles und ich gebe dir nichts"?

Nein, so wird das nichts. Eine Größe - entweder der Einsatz oder aber der Ertrag - muss vorher festgelegt sein und diesem Umstand zufolge ergeben sich nun die zwei Formen des Ökonomischen Prinzips:

 

Das Maximalprinzip

Mitteleinsatz
Ertrag
vorgegeben
möglichst hoch

Beispiel für einen Haushalt: Ein Haushalt möchte für sein festes Budget eine möglichst hohe Güterzahl erhalten.

Beispiel für ein Unternehmen: Ein Unternehmen möchte mit einem festen Aufwand an Produktionsfaktoren (Boden, Kapital, Arbeit) einen möglichst hohen Güterertrag erzielen.

 

 

Das Minimalprinzip

Mitteleinsatz
Ertrag
möglichst gering
vorgegeben

Beispiel für einen Haushalt: Ein Haushalt möchte ein gewisses Gut bzw. eine vorgebene Anzahl an Gütern mit möglichst wenig Mitteln erhalten.

Beispiel für ein Unternehmen: Ein Unternehmen möchte mit einem festen Aufwand an Produktionsfaktoren (Boden, Kapital, Arbeit) einen möglichst hohen Güterertrag erzielen.