Aktuelles Unterrichtsmaterial * Thema Präferenzen und Indifferenzen

 

 

 

 

THEMA MARKT
Präferenzen und Idifferenzen

Fach:
Politik und Wirtschaft
Jahrgänge: 8, 11, 12

Präferenzen

Die Präferenzen können wir schnell abhandeln, denn folgt man dem Modellbild des Homo oeconomicus, so entwickelt dieser nur Vorlieben im Hinblick auf den Nutzen, den ihm ein Gut spendet. Man kann mit diesem Wissen Präferenzordnungen formulieren. Dabei ist eines schon einmal grundlegend:

Mehr von einem Gut ist nie schlechter, sondern wird immer bevorzugt! (strenge Monotonie).

Präferenzordnungen sind stets rational und lassen logische Schlussfolgerungen zu. Folgendes Beispiel soll dies verdeutlichen:

Das Gut A wird dem Gut B vorgezogen, weil es mehr Nutzen bringt.

Das Gut B wird dem Gut C vorgezogen, weil es mehr Nutzen bringt.

Darauf ergibt sich, dass das Gut A auch dem Gut C vorgezogen wird.

Logisch, oder?

 

Indifferenzen

Wenn man indifferent ist, dass ist einem etwas egal. Wenn der Homo oeconomicus indifferent ist, dann hat er in der Regel die Qual der Wahl zwischen zwei Gütern, die ihm in einer Situation den gleichen Nutzen spenden. Dabei hat er ein bestimmtes Budget und er wird dieses Budget komplett ausgeben für eine gewisse Kombination der beiden Güter. Schauen wir uns dazu mal das nächste Schubild an.

Auf diesem Schaubild erkennt ihr - wenn auch abstrakt - eine Situation, die euch vielleicht bekannt vorkommt. Konsequenter Weise - und angepasst an das zweifelhafte Vergnügungsangebot im Stadtbereich Gießens - habe ich die Situation die Alpenmaxsituation genannt.

Wir gehen hier von zwei Gütern aus, die ihr euch Kraft eures Budgets an einem ausgelassenen Abend gönnen wollt. Bier und Caipi - bis die Kohle alle ist. Ein ganz normaler Abend dort also.

Die Kurven, die dort eingezeichnet sind, nennt man Indifferenzkurven (oder auch etwas hochtrabender: Isonutzenkurven). Wenn wir uns diese Kurven als Aneinanderreihung von Punkten vorstellen und wenn wir uns dabei darüber klar werden, dass all die Punkte Güterkombinationen der beiden Güter Bier und Caipi darstellen, so stellen die Indifferenzkurven die Gesamtheit aller möglichen Güterkombinationen aus Bier und Caipi dar.

Jeder Punkt ist uns gleich recht und spendet uns den gleichen Nutzen wie irgendein anderer auf der Kurve. Wenn wir beispielsweise die Kurve nehmen, an der "Budget 1" steht, so ist uns die Kombination "6 Bier und 6 Caipi" genauso lieb wie die Kombination "12 Bier und 3 Caipi".

Das Budget spielt hierbei natürlich wieder eine wichtige Rolle. Je mehr Budget wir haben, desto mehr Güter erhalten wir. Graphisch bewegen sich die Kurven auf einem sogenannten Expansionspfad je weiter vom Ursprung des Koordinatensystems weg, desto höher das Budget ist.

Kleiner Denkanstoß zum Mitdenken:

Nehmen wir einmal an, ihr sitzt an eurem Tisch und habt die Güterkombination 9 Bier und 4 Caipi vor der Nase stehen. Mit dieser Kombination wollt ihr über den Abend kommen.

(Wir klammern hierbei einmal aus, dass eine solche Menge natürlich absolut verwerflich ist und dass ihr niemals Bier auf Vorrat bestellen würdet).

Nun kommt ein Freund, der gerne einen Caipi hätte und euch dafür ein Bier anbietet. Was würdet ihr ihm als wirtschaftlich denkender Mensch und bedingungsloser Nutzenmaximierer sagen?