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POLITIK & WIRTSCHAFT
DIE EUROPÄISCHE UNION
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Die Pigou-Steuer ...

... ist eine Steuer auf Güter, deren Produktion oder Verbrauch mit Umweltschädigungen verbunden ist, die über den Markt nicht als Kosten bei den Verursachern anfallen (negative externe Effekte).

Pigou-Steuer ausführlich in der Wikipedia

 

Die Steuererhebung soll dieses Marktversagen durch Güterpreise "heilen", die die entstehenden Umweltschäden angemessen berücksichtigen. Man spricht hier von der Internalisierung der zuvor extern angefallenen Kosten. Die ökonomische Wirkung einer Pigou-Steuer besteht in der Erhöhung des Absatzpreises des betreffenden Gutes mit der Folge einer verringerten Nachfrage bzw. Produktion. Dabei ist es für die Steuerwirkung letztlich unerheblich, ob die Pigou-Steuer bei den Verbrauchern oder bei den Produzenten erhoben wird:

  • Fällt die Steuer direkt bei den Verbrauchern durch eine Art Verbrauchsteuer an, so erhöht sie den Preis für die Verbraucher unmittelbar.

  • Wird die Steuer bei den Produzenten erhoben, so wirkt sie wie eine Erhöhung der Produktionskosten, die dann an den Verbraucher über höhere Absatzpreise weitergegeben werden.

In beiden Fällen tragen also am Ende die Verbraucher die Steuerlast.

Im Grundsatz soll durch die Pigou-Steuer eine "marktgerechte" Bewertung des öffentlichen Gutes "Umwelt" erreicht werden. Die Steuererhebung soll zu solchen Güterpreisen führen, die entstünden, wenn die Umweltschädigungen von vornherein als Kosten bei den Verursachern anfallen würden. Es geht daher um eine angemessene Reduktion der Umweltbelastung nach den Kriterien des Marktes.

Für die Realität ergibt sich dabei das Problem, dass für das öffentliche Gut "Umwelt" keine Marktpreise existieren, an an denen sich der Staat in Hinblick auf die Steuerhöhe orientieren könnte. Insofern ist die Pigou-Steuer ein theoretisches Konzept, dessen Marktlösung in der Realität nur annähernd erreicht werden kann.

Eine alternative Vorgehensweise neben der Pigou-Steuer stellt die sog. Pigou-Subvention dar:

Die Verursacher von Umweltschäden erhalten finanzielle oder steuerliche Subventionen, wenn sie durch technische Maßnahmen die Schadstoffemission verringern. Diese Subventionen müssen jedoch auch finanziert werden.