Freihandelsabkommen – Globalisierung mit Sonderregeln

Globalisierung bedeutet, dass Waren, Dienstleistungen, Kapital und Informationen weltweit immer leichter ausgetauscht werden. Lange Zeit galt dabei die Idee: Je offener der Handel, desto besser für alle. Internationale Organisationen wie die WTO sollten faire Regeln für möglichst viele Länder schaffen.

Freihandelsabkommen passen auf den ersten Blick gut dazu: Sie bauen Zölle ab, erleichtern den Handel und schaffen gemeinsame Regeln. Doch bei genauerem Hinsehen wirken sie auch widersprüchlich. Denn sie gelten nicht für alle, sondern nur für bestimmte Länder oder Regionen. Wer dazugehört, profitiert – wer draußen bleibt, nicht.

Man kann Freihandelsabkommen deshalb auch als „Globalisierung im Clubformat“ beschreiben:

  • Der Handel wird freier – aber nur innerhalb eines bestimmten Kreises.
  • Staaten einigen sich auf Regeln, die für andere nicht automatisch gelten.
  • Globaler Freihandel wird so teilweise durch regionale oder politische Bündnisse ersetzt.

In einer Welt, in der wirtschaftliche Abhängigkeiten, Umweltfragen und politische Machtfragen wichtiger werden, haben Freihandelsabkommen daher zwei Gesichter:

  • Sie können Zusammenarbeit, Wohlstand und Stabilität fördern.
  • Gleichzeitig können sie neue Ungleichheiten schaffen und Konflikte verschärfen.

Ob Freihandelsabkommen also eher Lösung oder Problem sind, ist umstritten – und genau das zeigt sich gut am Beispiel der aktuellen Verhandlungen zwischen der EU und dem Mercosur.

2. Rechercheauftrag:

Freihandelsabkommen EU–Mercosur – warum ist das so umstritten?

Die Europäische Union verhandelt seit Jahren mit dem südamerikanischen Staatenbund Mercosur über ein Freihandelsabkommen. Ziel ist es, den Handel zwischen beiden Regionen zu erleichtern.

Auftrag:
Untersucht, warum dieses Abkommen kontrovers diskutiert wird.

Leitfragen (bitte auswählen, nicht alle müssen bearbeitet werden):

  1. Wirtschaft:
    • Wer profitiert vom Abkommen?
    • Welche Branchen könnten Vorteile haben, welche Nachteile?
  2. Umwelt:
    • Welche Rolle spielen Regenwald, Landwirtschaft und Klimaschutz?
    • Warum äußern Umweltverbände Kritik?
  3. Soziales & Arbeit:
    • Gibt es Sorgen um Arbeitsstandards oder soziale Ungleichheit?
  4. Politik & Macht:
    • Warum sehen manche Staaten das Abkommen als strategisch wichtig?
    • Warum lehnen andere es trotzdem ab?

Arbeitsauftrag:

  • Erstellt eine Pro-und-Contra-Liste (mind. 3 Argumente je Seite).
  • Formuliert zum Schluss eine eigene begründete Einschätzung:Ist dieses Freihandelsabkommen eher ein Fortschritt der Globalisierung – oder ein Beispiel für ihre Probleme?

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