Beschreibung:
Für dieses stehende Nonsens-Szenenspiel werden sechs Personen benötigt.
Erarbeitet aus den Textvorgaben, die ihr bitte nicht verändert oder erweitert, gemeinsam eine Szene. Überlegt euch, wie ihr auftretet, wie ihr eure Textstellen vortragt, in welcher Form ihr miteinander interagiert. Macht das alles sehr bewusst und prägt euch euren Spielablauf genau ein.
Spielt eure Szene vor den anderen Gruppen vor!
Im Anschluss wird die Szene in mehreren Durchläufen in unterschiedlichen Haltungen gespielt (z. B. normal, alle haben ein Gebrechen, alle sind betrunken, alle haben einen bestimmten Tick, alle sind verliebt … siehe unten!). Die Haltungen geben die Zuschauenden oder der Spielleiter vor!
Das Setting:
Dialogablauf:
- 3× Klatschen der Baroness
- Zofe: „Sie wünschen?“
- Baroness: „Mach mir die Haare.“
- Zofe: „Ist es recht so?“
- Baroness: „Es ziept.“
- Baron: „Liebste, bist du fertig zum Ausreiten?“
- Baroness: „Nein, wie du siehst, bin ich noch nicht fertig.“
- Baron: „O.k., dann warte ich.“
- Stallknecht: „Frau B., die Pferde sind gesattelt.“
- Baroness: „Danke, du kannst gehen.“
- Zwei Kinder: „Dürfen wir mit?“
- Baron: „Nein, das ist zu gefährlich.“
- Baroness zur Zofe: „Du kannst jetzt auch gehen.“
- Baron: „Kommst du jetzt zum Reiten?“
- Baroness: „Ja, lass uns gehen.“
(Alle ab)
Haltungen
Hier sind zwei Sets mit unterschiedlichen Haltungen/Spielweisen, mit denen ihr die Szene „Die Pferde sind gesattelt“ abwechslungsreich gestalten könnt:
- Alle spielen wie in einem Actionfilm – übertrieben dramatische Bewegungen und Stunts.
- Alle sind sehr alt – zittrig, langsam, gebrechlich.
- Alle sind betrunken – schwankend, lallend.
- Alle haben einen bestimmten Tick – z. B. Zucken, Räuspern, wiederkehrende Bewegung.
- Alles wird in Zeitlupe gespielt.
- Alles wird extrem schnell gespielt.
- Alle Figuren sind übertrieben fröhlich.
- Alle Figuren sind extrem traurig.
- Alle sprechen im Flüsterton.
- Alle schreien permanent (ohne wütend zu sein).
- Alle Figuren bewegen sich wie Roboter.
- Alle Figuren sind extrem aggressiv.
- Alle Figuren sind extrem hochnäsig und überheblich.
- Alle Figuren haben Angst vor etwas Unsichtbarem.
- Alle sprechen und bewegen sich in Super-Zeitlupe, während die Baroness normal ist.
- Alle bewegen sich nur kriechend oder auf dem Boden.
- Alle sprechen in übertriebenem Pathos, wie in einer Oper.
- Alle Figuren sind extrem müde und gähnen ständig.
- Alle Figuren sind verliebt (auch unpassend).
- Alle sprechen mit falschem Akzent/Dialekt (frei erfunden)
Ein zweites Set – etwas schräger
- Alle wissen etwas, was die Baroness nicht weiß.
- Alle außer einer Person glauben, dass es spukt.
- Niemand darf sich anmerken lassen, dass gerade Weltuntergang ist.
- Alle versuchen verzweifelt, möglichst cool zu wirken.
- Alle halten die Baroness heimlich für brandgefährlich.
- Alle benehmen sich, als wäre dies der wichtigste Moment der Menschheitsgeschichte.
- Alle sind überzeugt, beobachtet zu werden.
- Alle haben gerade etwas Verbotenes getan.
- Alle versuchen, ein Lachen zu unterdrücken.
- Alle haben wahnsinnig schlechte Laune, wollen aber unbedingt höflich bleiben.
- Alle glauben, dass gleich etwas explodiert.
- Jede Figur möchte möglichst schnell aus diesem Raum verschwinden.
- Alle sind heimlich Konkurrent:innen.
- Alle wollen unbedingt die Aufmerksamkeit der Baroness.
- Alle verdächtigen sich gegenseitig.
- Alle spielen, als wären sie in einem schlechten Horrorfilm.
- Alles ist ein knallharter Western.
- Alles ist eine völlig überdrehte Daily Soap.
- Alles ist ein Agententhriller – jedes Wort könnte ein Geheimcode sein.
- Alles ist eine Naturdokumentation über äußerst seltsame Tiere.
- Alles ist ein Computerspiel – inklusive Lag, Bugs und eingefrorenen Figuren.
- Alle bewegen sich, als herrsche Schwerelosigkeit.
- Der Boden ist plötzlich extrem heiß.
- Im Raum befindet sich etwas Ekelhaftes, das niemand berühren möchte.
- Alle versuchen, absolut geräuschlos zu sein – obwohl der Text gesprochen werden muss.
- Jeder Satz ist ein persönlicher Angriff – obwohl er völlig harmlos klingt.
- Jeder Satz ist eine Liebeserklärung – egal, an wen er gerichtet ist.
- Jede Figur glaubt, sie sei die Hauptfigur des Stücks.
- Alle spielen maximal bedeutungsvoll – aber niemand weiß eigentlich, worum es geht.
- Alle wissen: Einer von ihnen ist kein Mensch. Niemand weiß, wer.