Die Made

Arbeitsauftrag: Freie Inszenierung des Gedichts „Die Made“

Bildet Gruppen von 3–5 Personen und entwickelt zu dem Gedicht eine eigene kurze Bühnenfassung.
Ihr dürft den Text frei interpretieren und kreativ umsetzen.

Eure Inszenierung soll:

  • das Gedicht vollständig enthalten (gesprochen, gespielt oder teilweise verändert),
  • die Figuren und Handlung deutlich machen,
  • mit Stimme, Bewegung und Raum arbeiten,
  • mindestens eine kreative Idee enthalten (z. B. Musik, Geräusche, Zeitlupe, Chor, Erzähler, moderne Umsetzung, Schatten- oder Standbilder).

Überlegt gemeinsam:

  • Wer übernimmt welche Rolle?
  • Wie werden Stimmung und Spannung dargestellt?
  • Wie kann man die komischen und zugleich traurigen Aspekte des Gedichts zeigen?

Heinz Erhardt:

Die Made Hinter eines Baumes Rinde
wohnt die Made mit dem Kinde.

Sie ist Witwe, denn der Gatte, den sie hatte, fiel vom Blatte. Diente so auf diese Weise einer Ameise als Speise.

Eines Morgens sprach die Made:
„Liebes Kind, ich sehe grade,
drüben gibt es frischen Kohl,
den ich hol. So leb denn wohl!
Halt, noch eins!
Denk, was geschah,
geh nicht aus,
denk an Papa!“

Also sprach sie und entwich.
– Made junior aber schlich
hinterdrein; doch das war schlecht!
Denn schon kam ein bunter Specht
und verschlang die kleine fade Made
ohne Gnade. Schade!

Hinter eines Baumes Rinde
ruft die Made nach dem Kinde….

Heinz Erhardt:
Das große Heinz Erhardtbuch. Goldmann Verlag 1992. S. 82

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