Die Midterms – kurz mal aufgegriffen …

Trump bleibt Präsident – aber die Wähler ziehen die Bremse

Donald Trump ist einer der mächtigsten Politiker der Welt. Doch bei den amerikanischen Zwischenwahlen haben ihm die Wähler gerade einen empfindlichen Dämpfer verpasst. Was ist passiert? Und warum kann eine Wahl, bei der es gar nicht um das Präsidentenamt geht, so viel verändern?

Als Donald Trump Anfang 2025 zum zweiten Mal ins Weiße Haus einzog, waren die Voraussetzungen für ihn ziemlich günstig. Seine Republikanische Partei kontrollierte nicht nur die Regierung, sondern auch beide Kammern des amerikanischen Parlaments, des Kongresses. Trump konnte also darauf hoffen, viele seiner politischen Pläne durchzusetzen.

Und die waren durchaus umstritten: strengere Einwanderungsregeln, hohe Zölle auf ausländische Waren, weniger staatliche Vorschriften und eine Außenpolitik nach dem Motto „America First“. Seine Anhänger sehen darin einen entschlossenen Präsidenten, der amerikanische Interessen verteidigt. Seine Kritiker werfen ihm dagegen vor, demokratische Regeln und Institutionen immer wieder an ihre Grenzen zu bringen.

Doch selbst ein Präsident wie Trump kann in den USA nicht einfach durchregieren.

Warum Trump nicht allein entscheiden kann

Das amerikanische politische System verteilt die Macht auf drei Bereiche. Der Präsident führt die Regierung und setzt Gesetze um. Der Kongress beschließt Gesetze, kontrolliert die Regierung und entscheidet über den Staatshaushalt. Und die Gerichte können eingreifen, wenn Entscheidungen gegen Gesetze oder die Verfassung verstoßen.

Diese gegenseitige Kontrolle heißt Checks and Balances. Dahinter steckt eine einfache Idee: Niemand soll zu mächtig werden – auch nicht der Präsident.

Der Kongress besteht dabei aus zwei Kammern. Im Repräsentantenhaus sitzen 435 Abgeordnete, die alle zwei Jahre gewählt werden. Im Senat sitzen 100 Mitglieder, jeweils zwei aus jedem Bundesstaat. Sie werden für sechs Jahre gewählt, wobei alle zwei Jahre etwa ein Drittel der Sitze neu besetzt wird.

Und genau hier kommen die Midterms ins Spiel…

Die Midterms: Eine Niederlage für Trump

Am 3. November 2026, genau in der Mitte von Trumps vierjähriger Amtszeit, fanden die sogenannten Midterm Electionsstatt. Die Amerikaner wählten das gesamte Repräsentantenhaus und einen Teil des Senats neu. Auch zahlreiche Gouverneure und andere Politiker in den Bundesstaaten standen zur Wahl.

Das Ergebnis ist eine deutliche Niederlage für die Republikaner: Die Demokraten haben die Mehrheit in beiden Kammern des Kongresses gewonnen.

Viele Wähler waren offenbar unzufrieden mit der wirtschaftlichen Lage, den hohen Lebenshaltungskosten und Trumps Politik. Auch der Krieg mit Iran spielte eine Rolle. Die Zwischenwahlen wurden so zu einer regelrechten Abrechnung mit dem Präsidenten.

Dabei ist das Besondere: Trump selbst stand überhaupt nicht auf dem Wahlzettel. Er bleibt bis zum Ende seiner Amtszeit Präsident. Trotzdem hat er politisch erheblich an Rückhalt verloren.

Und was passiert jetzt?

Ab Januar 2027 wird der neu gewählte Kongress seine Arbeit aufnehmen. Dann muss Trump mit einer demokratischen Mehrheit in beiden Kammern zurechtkommen.

Neue Gesetze durchzusetzen dürfte für ihn deutlich schwieriger werden. Die Demokraten können Vorhaben blockieren, Untersuchungen gegen seine Regierung einleiten und Regierungsmitglieder zu kritischen Befragungen vorladen. Auch bei der Besetzung wichtiger Ämter und Richterstellen besitzt der Senat erheblichen Einfluss.

Trump kann allerdings weiterhin eigene Befugnisse nutzen. Und er kann Gesetze mit seinem Veto stoppen. Eine politische Dauerblockade ist deshalb durchaus möglich.

Die Amerikaner nennen eine solche Situation Divided Government: Der Präsident gehört einer anderen Partei an als die Mehrheit im Kongress.

Das kann anstrengend werden. Denn entweder müssen sich die politischen Gegner auf Kompromisse einigen – oder wichtige Entscheidungen bleiben liegen.

Demokratie ist mehr als ein Wahlsieg

Die Midterms zeigen etwas Grundsätzliches: Auch wer eine Präsidentschaftswahl gewinnt, erhält keinen Freifahrtschein für vier Jahre.

Trump und seine Anhänger könnten beklagen, dass die Demokraten nun seine Politik ausbremsen. Die Demokraten wiederum sehen in ihrem Wahlsieg den Auftrag, den Präsidenten stärker zu kontrollieren.

Beide Seiten berufen sich dabei auf demokratische Wahlen.

Genau darin steckt eine der großen Fragen jeder Demokratie: Wie viel Macht braucht eine Regierung, um handeln zu können? Und wie viel Kontrolle ist notwendig, damit aus Macht keine Willkür wird?

Das betrifft übrigens auch uns in Deutschland. Denn was die USA bei Handel, Klimaschutz, NATO oder internationalen Konflikten entscheiden, kann direkte Folgen für Europa haben.

Die Midterms haben Trump also nicht aus dem Weißen Haus geworfen. Aber sie haben ihm gezeigt, dass in einer Demokratie selbst der mächtigste Präsident nicht das letzte Wort hat.

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